Helen Mirra: gehend (Field Recordings 1 -
Bonner Kunstverein, Bonn (Deutschland). 20.09 -
Pressmitteilung
Das außergewöhnliches Projekt der amerikanischen Künstlerin Helen Mirra geht sowohl über eine Werkschau als auch über eine einfache Kooperation dreier Ausstellungshäuser hinaus. Initiiert wurde das Projekt vom Bonner Kunstverein. Die Vielfalt der geografischen Lage war Ausgangspunkt für die Zusammenarbeit mit weiteren Ausstellungsorten. Mit den Institutionen KW Institute of Contemporary Art, Berlin, und Museum Haus Konstruktiv, Zürich, sind die idealen Standpunkte gefunden: Ausgehend von Bonn, am Übergang vom Rheinischen Schiefergebirge zur Rheinischen Tiefebene, steht Berlin für die flächengrößte Stadt Deutschlands und zuletzt Zürich für seine Nähe zu Bergen und Seen.
Die sorgfältige Wahl der drei Standpunkte ging einher mit der Entwicklung der neuen
Werkgruppe „gehend (Field Recordings 1–3)“, die auf jeweils 30-
Der Begriff „Field Recordings“ wird gewöhnlich für
dokumentarische Tonaufnahmen außerhalb des Studios verwendet. Mirra hingegen gibt
ihren Aufnahmen in Form von Drucken Gestalt: stündlich unterbrach sie ihr Gehen,
um ein gefundenes Objekt auszusuchen – einen Grashalm, ein Blatt oder einen Ast –,
dieses mit Tinte einzupinseln und an Ort und Stelle auf einem zugeschnittenen Leinenstoff
einen Abdruck anzufertigen. Sieben Drucke pro Tag entstanden auf diese Weise; im
Fall von Berlin fertigte Mirra zusätzlich Abreibungen des Bodens oder von Baumstümpfen.
Im Atelier ordnete, reihte und nähte sie diese zu Bilderreihen oder Blöcken zusammen.
Kultur-
Die vermeintliche
Nähe zum Dokumentarischen mag irreführen, geht es der Künstlerin doch keineswegs
darum, den Betrachter ihre Wanderungen nachempfinden zu lassen. Die Drucke, die wie
prähistorische Fossiliensammlungen anmuten, entziehen sich jeglicher Zeitlichkeit
ebenso wie einer idealisierenden Vorstellung von Natur.
„Direkte Drucke sind Fakten
ohne viel Information, abhängig vom körperlichen Kontakt. (...) Also ausdrücklich,
ich bilde in keinerlei Weise ab, darum geht es mit dem Maßstab 1:1. Ich bin hineingetreten.“
(Helen Mirra im Interview mit Peter Eleey)
Alle Arbeiten verfolgen einen strengen,
minimalistischen Ansatz. Doch so kontrolliert und objektiv ihre Ordnungssysteme scheinen,
so komplex und sinnlich-
Im Bonner Kunstverein
wird die Werkgruppe „gehend (Field Recordings 1-
Ausstellung 20 September -
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Helen Mirra, Field Recordings, 7 x 3-


Helen Mirra, Field Recordings, 7 x 5000 Schritte, in Berlin (Hirschgarten) 22. August
2010; Öl auf Leinen; 80 x 175 cm (Detail)
Helen Mirra, Field Recordings, 7 x 5000 Schritte, in Berlin (Spree) 1. August, 2010, 80 x 175 cm (Detail)
Internationale Austellungen ergänzt 2011